In einer Zeit tiefgreifenden Wandels rückt der Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. im kommenden Jahr die Rolle von Städten als Keimzelle gesellschaftlicher Entwicklung in den Vordergrund. „Wir erleben derzeit sehr viele Veränderungen, in der Politik, in der Wirtschaft, in der Gesellschaft. Lange Bewährtes steht infrage“, sagt Guido von Büren, JGV-Vorsitzender. „Als lokaler Geschichtsverein können wir natürlich keine Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit geben. Indem wir zeigen, wie die Menschen in Jülich in der Vergangenheit mit teilweise existenziellen Herausforderungen umgegangen sind, wollen wir aber unseren kleinen Beitrag dazu leisten, sich mithilfe der Geschichte besser in der Gegenwart zu orientieren.“
Mittwochsclub am 28. Januar bildet Jahresauftakt
Den Auftakt in das Jahresprogramm bildet ein ganz besonderer Mittwochsclub. Am Vorabend der Verlegung erster Stolpersteine in der Stadt Jülich referiert Initiator und Künstler Gunter Demnig um 18.30 Uhr in der Schlosskapelle. Demnig, geboren 1947 in Berlin, gehört zu den bedeutendsten Akteuren der deutschen Erinnerungskultur. Mit seinem europaweit beachteten Kunstprojekt „Stolpersteine“ hat er eine neue Form des Gedenkens geschaffen, die heute in 31 Ländern präsent ist und das größte dezentrale Mahnmal der Welt darstellt.
Ganze Reihe von Vorträgen und Exkursionen
Im weiteren Verlauf des Jahres bietet der JGV in Kooperation mit dem Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen (OGV) eine ganze Reihe von Vorträgen und Exkursionen zur Stadtentwicklung Jülichs und im Rheinland an. Am 31. Januar geht es zum Beispiel mit JGV und OGV in die neu konzipierte Dauerausstellung im Haus der Geschichte in Bonn, ehe am 28. März die Hansestadt Wesel auf dem Programm steht, wo das neu eröffnete LVR-Niederrheinmuseum besucht wird. Höhepunkte des Jahres sind eine musikalische Reise auf den Spuren des Erbprinzen Karl Friedrich von Jülich-Kleve-Berg (26. April, Schlosskapelle Zitadelle Jülich) sowie eine Mehrtagesfahrt über Pfingsten auf den Spuren des Deutschen Ordens nach Würzburg und Umgebung (23. bis 26. Mai).
JGV will mit neuem Arbeitskreis „Festungsstadt Jülich“ an die Aktivitäten des Fördervereins „Festung Zitadelle Jülich“ anknüpfen
Über 40 Jahre hat der Förderverein „Festung Zitadelle Jülich“ das Kulturleben in Jülich und in der Region mit seinen Aktivitäten bereichert. Im Dezember 2025 hat der Verein seine Auflösung beschlossen. Unter der Leitung von Klaus Schneider wird sich Anfang 2026 ein neuer Arbeitskreis im JGV bilden, der einzelne Aspekte der Arbeit des Fördervereins fortsetzen wird. Interessenten können sich gerne melden. Über die Zukunft lokaler und regionaler Geschichtsarbeit werden JGV und OGV auf einem zweitägigen Workshop in Leverkusen am 11. und 12. April unter fachkundiger Moderation diskutieren. Am 29. April steht die Mitgliederversammlung des JGV mit Vorstandswahlen an. Dann sollen die personellen Weichen für die kommenden Jahre gestellt werden.
Informationen zu den Angeboten und Aktivitäten des JGV sowie das komplette Jahresprogramm finden Geschichtsinteressierte unter www.juelicher-geschichtsverein.de. Auch an einer ehrenamtlichen Mitarbeit Interessierte sind herzlich eingeladen, sich beim JGV via Mail an service@juelicher-geschichtsverein.de zu melden.
Das Programmheft liegt Anfang Januar 2026 gedruckt vor. Zum Download liegt es hier bereit.







