Im Rahmen des Mittwochsclubs von Jülicher Geschichtsverein und Museum Jülich findet am Mittwoch, 28. Januar 2025, um 18.30 Uhr in der Schlosskapelle in der Zitadelle Jülich ein ganz besonderer Vortrag statt. Am Vortrag der Verlegung erster „Stolpersteine“ in der Jülicher Innenstadt referiert Gunter Demnig über „Erinnerung im öffentlichen Raum: Künstler Gunter Demnig und sein Lebenswerk ‚Stolpersteine‘“.
Der Künstler Gunter Demnig, geboren am 27. Oktober 1947 in Berlin, gehört zu den bedeutendsten Akteuren der deutschen Erinnerungskultur. Mit seinem europaweit beachteten Kunstprojekt „Stolpersteine“ hat er eine neue Form des Gedenkens geschaffen, die mittlerweile in 31 Ländern präsent ist und das größte dezentrale Mahnmal der Welt darstellt.
Demnig studierte Kunstpädagogik, Industrial Design sowie Freie Kunst in Berlin und Kassel. Bereits in den 1970er-Jahren machte er mit Aktionen im öffentlichen Raum auf gesellschaftspolitische Themen aufmerksam. Seit den 1990er Jahren widmet er sich intensiv der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. 1992 verlegte Gunter Demnig in Köln den ersten Stolperstein – eine kleine Messingplatte, eingelassen in den Gehweg, die an das Schicksal eines NS-Opfers erinnert. Seither ist aus der Idee eines einzelnen Gedenkzeichens ein umfassendes Projekt gewachsen: Bis heute wurden über 122.000 Stolpersteine in mehr als 1.870 Städten und Gemeinden verlegt – in Deutschland und darüber hinaus.
Organisiert und begleitet wird das Projekt seit 2014 von der gemeinnützigen STIFTUNG SPUREN – Gunter Demnig, die sich dem Erhalt und der Weiterführung seines künstlerischen und gesellschaftlichen Engagements widmet.
Für sein Werk wurde Gunter Demnig vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Arnold-Bode-Preis und dem Karl-Küpper-Preis. Sein Lebenswerk steht beispielhaft für eine lebendige, dezentrale und individuelle Erinnerungskultur.
Der Eintritt ist frei!







